Medizinische Versorgung für Strassenkinder

 

Um die Zeit bis zur Fertigstellung ihres eigenen Zentrums zu überbrücken, kümmert sich SO.SUI.BEN“ für mehrere Gruppen von Straßenkindern an ihrem derzeitigen Hauptsitz in Bangui.

Erste Priorität ist, den Kindern Hoffnung zu geben und durch Herzlichkeit und einen liebevollen Umgang mit Ihnen ihr Vertrauen zu gewinnen, damit die zukünftige Integration in das Zentrum so reibungslos wie möglich erfolgen kann.

Als „Mama Mado“ alias Madeleine Winkler aus der Schweiz anreist, bringt sie Kleider für die Jungen, damit sie wenigstens etwas zum anziehen haben.

Die Jungen lieben Fussball und würden sich von ganzem Herzen einen Fussball zum Spielen wünschen. Doch leider gibt es nur einen begrenzen Platz im Gepäck. Diesen könnten Sie dann eventuell beim nächsten mal bekommen (vielleicht durch Sie? Einer liebevollen Person?)

Neben den regelmäßigen Mahlzeiten ist auch die medizinische Versorgung gefährdeter Straßenkinder äußerst wichtig.

Patrick 12 Jahre alt vor der Aufnahme

Patrick 13 Jahre nach 8 Monaten

Unter diesen Bedingungen war es am wichtigsten, dass die anderen Straßenkinder einen Tuberkulose-Test durchliefen und entweder auf der Grundlage der Befunde behandelt oder geimpft wurden. Nach langem hin und her, im 2011 konnten die ersten 30 von 40 Kinder und Jugendliche schliesslich getestet werden, die sich regelmässig in Ferdinands nähe aufhielten.

Die Arztpraxis die für die Tests zuständig war, war sehr sporadisch eingerichtet. Der Ventilator war defekt und die Hitze war unerträglich. Jedoch bemerkten wir eine gemeinsame kulturelle Gemeinsamkeit mit der Schweiz: Jeder hasst Injektionen, sogar der härteste Straßenjunge. Autsch!

Da wir einige Tage auf die Testergebnisse warten mussten, konnten wir nur hoffen, dass keines der Kinder von Ferdinand infiziert worden war und wir somit all diesem Personen einen Impfschutz ermöglichen können.

03. 06. 2011 Der Widerstandstest von Ferdinand war glücklicher Weise negativ. Dadurch konnte er mit bestehenden Medikamenten in Bangui behandelt werden. Er wurde an der Tuberkulose-Klinik für zwei Monate zur Behandlung zugelassen.

Auch wenn diese Geschichte noch einmal gut aus ging, nehmen wir trotzdem das Problem der unzugänglichen Medikamente sehr ernst und arbeiten nun mit dem Oberarzt an der Tuberkulose- Klinik zusammen, um diese Medikamente der afrikanischen Bevölkerung zur Verfügung stellen zu können.

Hierzu eine wahre Geschichte einer von vielen häufig vorkommenden Situationen in Zentralafrika

Im Mai 2011 wandten sich einige der Jungen an eine unserer lokalen Mitarbeiterinnen, weil einer ihrer „Brüder“, namens Ferdinand, krank war. Der Arztcheck ergab, dass der 23-Jährige unter schwerem Asthma litt. Die Medikamente konnten durch Spenden aus der Schweiz gekauft werden, doch die Medikamente schlugen nicht an. Madeleine Winkler kontaktierte sogleich die Organisation „Fairmed“ aus der Schweiz. Bei einem Besuch des Fairmed-Arztes in Bangui, wurde festgestellt, dass die vorherige Diagnose falsch war und Ferdinand an Tuberkulose litt. In der Zwischenzeit hatte er mehrere Wochen unbehandelt mit seinen Freunden verbracht, es war klar, dass noch ein paar andere Jungen möglicherweise infiziert sein mussten. Daher hatte während unserer Reise nach Bangui seine Behandlung die höchste Priorität.

Obwohl die Anti-TB-Medikamente von der WHO kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, ist es für einen Straßenjungen nicht möglich, eine geeignete Behandlung zu erhalten. Nur die aktive Unterstützung von Dr. Dolido von „Fairmed und die unnachgiebige Entschlossenheit von Madeleine Winkler halfen, einige Erfolge zu verzeichnen. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Ferdinand bereits früher gegen Tuberkulose behandelt wurde und daher gegen normale Medikamente resistent war. Medikamente die diese Resistenz umgehen können,  gibt es in Europa, sind aber nicht einmal für Ärzte in Afrika verfügbar. Leider mussten wir zurück in die Schweiz reisen, bevor die Ergebnisse des Widerstandstests eintrafen.